Distribution

Einkauf Aktuell eingestellt: die Alternativen für Ihre Haushaltswerbung

Jeden Samstag lag Einkauf Aktuell in bis zu 18 Millionen Briefkästen, ein Bündel aus Programmheft und Prospekten der Händler. Im Juli 2023 kündigte die Deutsche Post das Ende an, die letzte Ausgabe erschien am 30. März 2024, regional gestaffelt schon ab Januar. Als Gründe nannte die Post höhere Kosten für Energie, Papier und Personal sowie eine sinkende Nachfrage. Später erklärte das Unternehmen, auch das Feedback der Zusteller habe die Entscheidung stark beeinflusst.

Für viele Händler fiel damit ein vertrauter Verteilweg weg. Die Prospekte selbst sind geblieben, sie laufen heute über andere Wege.

Postaktuell: die unadressierte Verteilung der Post

Die Deutsche Post verteilt Prospekte weiterhin einzeln, unter dem Namen Postaktuell. Gebucht wird nach Postleitzahl, Ort, Ortsteil oder einzelnem Zustellbezirk, mit der Aufschrift „An alle Haushalte" oder „An alle Haushalte mit Tagespost". Briefkästen mit Werbeverweigerer-Hinweis werden ausgelassen.

Laut Produktseite der Post kosten tausend Sendungen bis 20 Gramm im Kerngebiet 76 Euro an Haushalte mit Tagespost und 129 Euro an alle Haushalte, im Randgebiet 100 und 170 Euro, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Die Auswahl nach Zustellbezirk kostet 10 Euro je tausend mehr, von September bis Dezember gilt ein Saisonzuschlag von 5 Euro je tausend. Der Mindestauftragswert liegt bei 300 Euro (Stand Oktober 2026).

Postwurfspezial: teiladressiert auf Gebäudeebene

Eine zweite Variante der Post ist teiladressiert. Ausgewählt werden einzelne Gebäude, die Anschrift lautet zum Beispiel „An die Bewohner des Hauses". Werbeverweigerer werden auch hier ausgelassen. Die Mindestmenge liegt bei 20.000 Sendungen bundesweit, in einer einfachen Variante bei 5.000. Dieser Weg passt, wenn eine Zielgruppe nach Wohnlage oder Gebäudetyp angesprochen werden soll. Wie Postwurfsendungen im Vergleich abschneiden, beschreibt der Beitrag Postwurfsendung: Kosten, Ablauf und Alternativen.

Anzeigenblätter und kostenlose Wochenzeitungen

Den größten Teil der Mengen haben die Anzeigenblätter aufgenommen. Die 266 Verlage kostenloser Wochenzeitungen erreichen nach Angaben ihres Bundesverbands jede Woche 42 Millionen Haushalte. Im Jahr 2024 wuchs ihr Umsatz mit Prospektbeilagen um 11,7 Prozent auf 620 Millionen Euro, der Verband führt das vor allem auf das Aus von Einkauf Aktuell zurück. 2025 machten Fremdbeilagen 55 Prozent des Werbeumsatzes der Anzeigenblätter aus, ein neuer Höchstwert (BVDA).

Ein Vorteil gegenüber der reinen Haushaltswerbung ist rechtlicher Natur. Ein Anzeigenblatt mit redaktionellem Teil darf nach der Rechtsprechung auch in Briefkästen mit einfachem „Keine Werbung"-Aufkleber eingeworfen werden, samt der Beilagen darin. Mehr dazu im Beitrag Werbeverweigerer erreichen.

Die Beilage in der Tageszeitung

Die Tageszeitung erreicht ihre Abonnenten, also Haushalte, die eine Zeitung bewusst lesen. Die Beilage gehört zum Abo und kommt deshalb auch dort an, wo ein Werbeverweigerer-Aufkleber hängt. Die Reichweite endet allerdings an der Abonnentenzahl im Gebiet. Viele Verlage bieten deshalb zusätzlich eine Verteilung an die Haushalte ohne Abo an. Wie Verlage die Belegung berechnen, beschreibt der Beitrag Beilagenwerbung planen.

Private Verteiler und neue Prospektbündel

In vielen Regionen verteilen private Dienstleister Prospekte direkt an die Haushalte. Ihre Qualität unterscheidet sich, deshalb lohnt der Blick auf Prüfsiegel und Messergebnisse. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Beitrag Verteilkontrolle.

Zudem entstehen wieder Bündel nach dem Vorbild von Einkauf Aktuell. Im Mai 2026 startete in Ostwestfalen ein neues Prospektbündel, das die Deutsche Post zustellt und das später bundesweit wachsen soll. Ob solche Bündel die alte Reichweite erreichen, wird sich erst zeigen.

Digitale Prospekte als Ergänzung

Parallel ist der digitale Prospekt gewachsen. 88 Prozent der Prospektleser kombinieren gedruckte und digitale Prospekte, 62 Prozent nutzen Online-Prospekte jede Woche (IFH Media Analytics, Prospektmonitor 2026). Der digitale Prospekt erreicht vor allem Menschen, die gezielt nach Angeboten suchen. Den Briefkasten ersetzt er nicht, er verlängert ihn. Mehr dazu im Beitrag Prospekt-Apps und digitale Prospekte.

Welcher Weg wann passt

  • Postaktuell, wenn ein Gebiet kleinräumig und flächendeckend erreicht werden soll

  • Postwurfspezial, wenn Wohnlage oder Gebäudetyp die Zielgruppe bestimmt

  • Anzeigenblatt, wenn hohe Reichweite einschließlich vieler Werbeverweigerer zählt

  • Tageszeitung, wenn die Abonnenten eine kaufkräftige Kernzielgruppe bilden

  • Digitale Prospekte als Verlängerung für alle Wege

Häufig ist die Kombination die beste Lösung. Die Zeitung deckt die Abonnenten ab, Anzeigenblatt oder Haushaltswerbung schließen die Lücke. Entscheidend ist, dass sich die Gebiete ergänzen und nicht doppeln.

Mehrere Wege, eine Produktion

Wer über mehrere Träger verteilt, braucht oft mehrere Versionen und für jeden Träger eine eigene Anlieferung. Im Rollenoffset entstehen diese Versionen in einem Druckauftrag. ADAM MEDIA druckt Prospekte und Beilagen seit 1987 für den Handel, heute für über 100 Handelsunternehmen, aus der eigenen Heatset-Rollenoffsetdruckerei in Bruchsal. Wir konfektionieren jede Version für ihren Träger und liefern an Verlage, Verteiler und Post. Mehr dazu auf der Seite Distribution.

Häufige Fragen

Warum wurde Einkauf Aktuell eingestellt?

Die Deutsche Post nannte höhere Kosten für Energie, Papier und Personal und eine sinkende Nachfrage. Später kam das Feedback der Zusteller als wichtiger Grund hinzu. Die letzte Ausgabe erschien am 30. März 2024.

Was ersetzt Einkauf Aktuell?

Die Mengen verteilen sich heute auf Anzeigenblätter, Zeitungsbeilagen, die Einzelverteilung der Post unter dem Namen Postaktuell, private Verteiler und neue regionale Prospektbündel.

Was kostet Postaktuell?

Laut Produktseite der Post im Oktober 2026 kosten tausend Sendungen bis 20 Gramm an alle Haushalte 129 Euro im Kerngebiet und 170 Euro im Randgebiet, an Haushalte mit Tagespost 76 und 100 Euro, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer.

Erreichen Anzeigenblätter auch Werbeverweigerer?

Ein Anzeigenblatt mit redaktionellem Teil darf in Briefkästen mit einfachem „Keine Werbung"-Aufkleber eingeworfen werden. Ein Aufkleber, der ausdrücklich auch kostenlose Zeitungen ausschließt, gilt dagegen auch für Anzeigenblätter.

Sie stellen Ihre Haushaltswerbung neu auf? Sprechen Sie mit uns über Druck, Versionen und Verteilwege.

Quellen: Deutsche Post, Produktseiten POSTAKTUELL und POSTWURFSPEZIAL sowie Leistungen und Preise 2026 · print.de, Deutsche Post beschließt das Aus für Einkaufaktuell (Juli 2023) · BVDA, Rechenschaftsbericht 2025 und Jahreszahlen 2024 und 2025 · IFH Media Analytics, Prospektmonitor 2026.

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