Distribution
Verteilkontrolle: so prüfen Sie, ob Ihr Prospekt ankommt

Ein Paket kommt mit Zustellnachweis, ein Prospekt im Briefkasten nicht. Unadressierte Werbung wird an Tausende Haushalte verteilt, ohne dass jemand den einzelnen Einwurf quittiert. Ob die Verteilung funktioniert hat, lässt sich trotzdem prüfen. Die Branche hat dafür Messverfahren, ein Qualitätssiegel und vertragliche Regeln entwickelt.
Woran Verteilqualität gemessen wird
Der Branchenstandard ist die Haushaltsbefragung. Kurz nach dem Verteiltermin werden Haushalte in einem genau abgegrenzten Prüfgebiet befragt, ob sie den Prospekt erhalten haben. Werbeverweigerer werden dabei herausgerechnet, unsichere Antworten zählen als „weiß nicht". Laut Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen sind nach diesem Verfahren seit 2006 über 750 Prüfmessungen mit mehr als 930.000 Interviews gelaufen (BVDA, Media-Glossar).
Gemessen werden meist zwei Werte. Die aktuelle Zustellung zeigt, ob die geprüfte Ausgabe angekommen ist. Die Regelmäßigkeit zeigt, ob sie jede Woche ankommt. Eine Auftragsstudie für ein bayerisches Anzeigenblatt ergab 2025 nach 1.000 Interviews eine aktuelle Zustellung von 94,0 Prozent und eine Regelmäßigkeit von 85,2 Prozent.
Das Siegel für geprüfte Zustellung
Der BVDA vergibt das Siegel GPZ, Geprüfte Prospektzustellung. Es ist seit 2016 der Nachfolger des Siegels für geprüfte Direktzustellung und gilt für Anzeigenblätter, Beilagen und Direktverteilung. Voraussetzung ist eine durchschnittliche Zustellquote von mindestens 85 Prozent, gemessen per Haushaltsbefragung. Eine eigene DIN- oder ISO-Norm für unadressierte Werbung gibt es nicht.
Für die Auswahl eines Verteilers heißt das, nach dem Siegel und nach den Ergebnissen der letzten Prüfmessungen im eigenen Gebiet zu fragen.
Wie Verteiler selbst kontrollieren
Neben den Befragungen setzen Verteiler eigene Kontrollen ein. Beschrieben werden unangekündigte Begleitungen der Zusteller, Sichtkontrollen an Briefkästen und Stichprobenbefragungen direkt nach der Tour. Einige Verteiler zeichnen die Route ihrer Zusteller per GPS auf. Das zeigt, welche Straßen abgegangen wurden, nicht aber den Einwurf in jeden einzelnen Briefkasten.
Einen Zustellnachweis je Sendung bietet auch die Deutsche Post für ihre Haushaltswerbung nicht an.
Was Sie selbst prüfen können
Auch ohne eigenes Prüfinstitut lässt sich viel erkennen. Bewährt haben sich vier Wege:
Testhaushalte im eigenen Team oder Händlernetz, die den Eingang je Woche melden
Kundenmeldungen und Reklamationen zentral sammeln und je Gebiet auswerten
Ein eigener QR-Code oder Coupon je Verteilgebiet, der die Resonanz sichtbar macht
Der Vergleich des Abverkaufs zwischen Gebieten über mehrere Wochen
Fällt ein Gebiet bei allen vier Werten ab, ist das ein starkes Indiz für eine Lücke in der Verteilung. Wie Codes und Coupons die Wirkung messbar machen, zeigen die Beiträge QR-Codes im Prospekt und Drive-to-Store messen.
Was im Vertrag stehen sollte
Die Geschäftsbedingungen von Verteilern und Verlagen zeigen, wie unterschiedlich Verteilqualität geregelt wird. Verlage behandeln bei Beilagen Fehlbelegungen von etwa 2 bis 3 Prozent als branchenüblich. Ein Verteiler gewährt einen Rechnungsabzug, wenn Haushaltsbefragungen zeigen, dass mehr als 10 Prozent eines Gebiets nicht beliefert wurden. Ein anderer betrachtet 10 Prozent Streuverlust ausdrücklich nicht als Mangel und behält sich eine Nachverteilung vor.
Klären Sie deshalb vor dem Auftrag fünf Punkte:
Welche Zustellquote ist das Ziel und wie wird sie gemessen?
Innerhalb welcher Frist können Sie reklamieren?
Wird nachverteilt und bis wann?
Ab welcher Lücke gibt es eine Gutschrift?
Wer trägt die Kosten einer Prüfmessung?
Beilage oder Direktverteilung
Bei einer Zeitungsbeilage hängt die Zustellung an der Zustellung der Zeitung. Abonnenten erhalten die Beilage mit ihrer Ausgabe, die Qualität folgt der Zeitungszustellung. Bei Teilbelegungen eines Gebiets übernehmen Verlage keine Gewähr für eine vollständige Abdeckung. Bei der Direktverteilung hängt alles am Verteiler, umso wichtiger sind Siegel, Prüfmessungen und klare Vertragsregeln. Was bei Beilagen sonst zu beachten ist, beschreibt der Beitrag Beilagenwerbung planen.
Distribution bei ADAM MEDIA
ADAM MEDIA druckt Prospekte und Beilagen seit 1987 für den Handel, heute für über 100 Handelsunternehmen, und übernimmt die Logistik bis zu Verlagen, Verteilern und Märkten. Bei der Auslieferung an Standorte liegt unsere Zustellrate bei 99,98 Prozent, jede Sendung wird per Sendungsverfolgung begleitet. Mehr dazu auf der Seite Distribution.
Häufige Fragen
Wie kann ich kontrollieren, ob mein Prospekt verteilt wurde?
Über Haushaltsbefragungen im Verteilgebiet, über Testhaushalte, über Reklamationen und über den Vergleich von Resonanz und Abverkauf zwischen Gebieten. Ein Zustellnachweis je Briefkasten ist bei unadressierter Werbung nicht üblich.
Was ist das GPZ-Siegel?
Das Siegel Geprüfte Prospektzustellung des Bundesverbands kostenloser Wochenzeitungen. Es setzt eine durchschnittliche Zustellquote von mindestens 85 Prozent voraus, gemessen per Haushaltsbefragung.
Beweist GPS-Tracking die Zustellung?
Es belegt die abgegangene Route, nicht den Einwurf in jeden einzelnen Briefkasten. Als Ergänzung zu Befragungen ist es trotzdem hilfreich.
Welche Fehlquote ist üblich?
Bei Beilagen nennen Verlage etwa 2 bis 3 Prozent als branchenüblich. Bei der Direktverteilung regeln Verteiler das sehr unterschiedlich, deshalb gehört die Zielquote in den Vertrag.
Sie wollen die Verteilung Ihrer Prospekte auf feste Füße stellen? Sprechen Sie mit uns.
Quellen: BVDA, Media-Glossar · BVDA, Siegel GPZ (Pressemitteilung Herbsttagung 2016) · Deutsche Post, POSTAKTUELL · bvdm, BDZV, BVDA, Richtlinie Beilagen in Zeitungen und Anzeigenblättern, 2020 · Geschäftsbedingungen und Preislisten von Verteilern und Verlagen, Stand 2020 bis 2026.
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