Rollenoffsetdruck
Welches Papier für welchen Prospekt: Grammaturen, Sorten und Griff

Das Papier entscheidet, wie sich Ihr Prospekt anfühlt, wie die Farben wirken und was die Verteilung kostet. Es ist außerdem ein großer Kostenblock jeder Produktion. Die Papierpreise ziehen 2026 wieder an, mehrere Hersteller haben für grafische Papiere Preiserhöhungen angekündigt (EUWID Papier und Zellstoff, 2026). Wer das Papier bewusst wählt, bringt Wirkung und Budget zusammen.
Grammatur, Volumen und Opazität
Die Grammatur gibt an, wie viel ein Quadratmeter Papier wiegt. Ein Prospekt auf 45 g/m² ist also deutlich leichter als einer auf 90 g/m². Über Dicke und Griff sagt die Grammatur allein wenig aus. Dafür steht das Volumen, das Verhältnis von Dicke zu Gewicht. Standardpapiere haben ein Volumen von 1,0 bis 1,1, ab 1,2 gilt ein Papier als voluminös (Lazi Akademie). Ein voluminöses Papier wirkt bei gleicher Grammatur dicker und hochwertiger in der Hand.
Die Opazität beschreibt die Lichtundurchlässigkeit eines Papiers. Für beidseitigen Druck gelten Werte von 92 bis 97 Prozent als geeignet (Lazi Akademie). Gerade bei sehr leichten Papieren entscheidet sie darüber, wie sauber Vorder- und Rückseite voneinander getrennt bleiben. Die Weiße prägt die Farbwirkung. Recyclingpapiere erreichen einen Weißgrad von etwa 55 bis 75 Prozent, frischfaserhaltige Naturpapiere 80 bis 92 Prozent (Lazi Akademie).
Die Papiersorten im Rollenoffset
Im Rollenoffset laufen leichte bis mittlere Grammaturen. Die Sorten unterscheiden sich vor allem darin, ob das Papier gestrichen ist, also eine glatte Oberflächenschicht trägt, und wie stark es satiniert, das heißt geglättet wird. In der Prospektproduktion begegnen Ihnen diese Klassen am häufigsten.
Zeitungsdruckpapier
Zeitungsdruckpapier ist ungestrichen, besteht zum großen Teil aus Recyclingfasern und wiegt meist 40 bis 52 g/m² (print.de, Wikipedia). Es ist günstig, leicht und wirkt nahbar. Aufgebesserte Zeitungsdruckpapiere sind etwas heller und schwerer und werden häufig für Beilagen eingesetzt. Für Angebotsprospekte mit vielen Artikeln und hoher Erscheinungsfrequenz ist Zeitungspapier eine wirtschaftliche Wahl.
SC-Papier
SC steht für „supercalendered“. Das Papier ist ungestrichen, enthält viel Füllstoff und wird stark satiniert. Dadurch ist es glatter und heller als Zeitungspapier und bringt Bilder deutlich besser zur Geltung. Typisch sind 40 bis 60 g/m² (print.de). In unserer Produktion ist SC das Papier für viele wöchentliche Handelsprospekte.
LWC-Papier
LWC steht für „light weight coated“, also leicht gestrichen. Die Strichschicht sorgt für brillante Farben und einen glatten, edlen Griff, wahlweise matt oder glänzend. LWC liegt meist zwischen 45 und 90 g/m² (print.de). Sehr leichte LWC-Papiere ab 39 g/m² halten das Gewicht umfangreicher Prospekte niedrig. LWC eignet sich für Prospekte mit hohem Bildanteil, für Magazine und Kataloge.
MWC und Bilderdruck
MWC steht für „medium weight coated“. Das Papier ist ebenfalls gestrichen, aber schwerer als LWC. Bilderdruckpapier ist holzfrei gestrichen und matt oder glänzend erhältlich. Es wird für hochwertige Kataloge, Magazine und Umschläge eingesetzt. Im Bogendruck reicht es meist von 90 bis 300 g/m² (print.de), im Rollenoffset bis etwa 130 g/m².
Recyclingpapier
Recyclingpapier gibt es in fast allen Klassen, vom Zeitungspapier bis zum gestrichenen Heatset-Papier. Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel bestehen vollständig oder überwiegend aus Altpapier. Gestrichene Sorten für den Heatset-Rollenoffset gibt es von 51 bis 130 g/m² (Blauer Engel, Papiermusterbuch Druckpapiere). Sie wirken etwas natürlicher im Ton und senden ein klares Signal an umweltbewusste Kundinnen und Kunden.
Welches Papier für welches Werbemittel
Für den wöchentlichen Angebotsprospekt mit vielen Artikeln und kurzer Lebensdauer passen leichte Papiere wie SC oder Zeitungsdruck. Sie halten Gewicht und Kosten niedrig und bringen Preise und Produktbilder sauber aufs Papier. Für Beilagen in Tageszeitungen gelten zusätzlich die Vorgaben der Verlage. Viele verlangen Mindestgrammaturen, etwa 60 g/m² für Beilagen bis sechs Seiten und 50 g/m² ab acht Seiten (Der Tagesspiegel, Preisliste Prospektbeilagen 2026). Für Einzelblätter liegen die Mindestwerte deutlich höher.
Saisonprospekte, Magazine und Kataloge, die länger im Haushalt bleiben, gewinnen mit gestrichenem Papier wie LWC. Die Bilder wirken brillanter, der Griff hochwertiger. Ein Umschlag aus schwererem Papier hebt einen umfangreichen Katalog zusätzlich hervor. Für Händlermagazine mit starkem Markenauftritt lohnt der Blick auf voluminöse oder matt gestrichene Papiere. Sie fühlen sich wertig an und bleiben dabei leicht.
Gewicht und Zustellkosten
Jedes Gramm wirkt sich auf die Verteilung aus. Zeitungsverlage und die Post berechnen Beilagen und Haushaltswerbung nach Gewichtsstufen. Ein etwas leichteres Papier kann Ihren Prospekt in eine günstigere Stufe bringen und senkt so die Zustellkosten der gesamten Kampagne. Deshalb planen wir Papier, Umfang und Format immer gemeinsam. Wie Sie Beilagen mit Kosten und Fristen planen, erklärt der Beitrag Beilagenwerbung planen, die Verteilung per Post der Beitrag zur Postwurfsendung.
Zertifizierte Papiere
Auf Wunsch drucken wir auf FSC- oder PEFC-zertifiziertem Papier oder auf Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. FSC und PEFC belegen, dass die Fasern aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Die Unterschiede der Siegel erklärt der Beitrag Papier und Zertifizierungen im Prospektdruck.
Papier bei ADAM MEDIA
In unserer eigenen Rollenoffsetdruckerei in Bruchsal drucken wir auf Papieren von 39 bis 130 g/m², vom leichten Zeitungspapier über SC und LWC bis zum Bilderdruck. Welches Papier zu Ihrem Ziel passt, klären wir vor dem Angebot gemeinsam mit Ihnen. Am einfachsten geht das mit echten Mustern. Im kostenlosen Musterpaket vergleichen Sie Papiere und Grammaturen direkt in der Hand. Mehr zu Formaten und Papieren finden Sie auf der Seite Formate und Papiere.
Häufige Fragen
Welche Grammatur hat ein Prospekt?
Wöchentliche Angebotsprospekte im Rollenoffset liegen meist im leichten Bereich zwischen etwa 40 und 60 g/m², hochwertige Magazine und Kataloge darüber. Bei ADAM MEDIA reicht die Spanne von 39 bis 130 g/m².
Wie viel Gramm hat Zeitungspapier?
Zeitungsdruckpapier wiegt meist 40 bis 52 g/m². Aufgebesserte Sorten für Beilagen sind etwas schwerer und heller.
Was ist der Unterschied zwischen SC- und LWC-Papier?
SC-Papier ist ungestrichen und stark satiniert, also geglättet. LWC-Papier trägt eine dünne Strichschicht. Farben wirken auf LWC brillanter und der Griff ist glatter. SC ist dafür günstiger und für viele wöchentliche Prospekte die wirtschaftliche Wahl.
Matt oder glänzend, was passt zu meinem Prospekt?
Glänzend gestrichenes Papier lässt Farben und Produktbilder besonders leuchten und passt zu bildstarken Angebotsprospekten. Matt gestrichenes Papier wirkt ruhiger, liest sich angenehm und passt zu Magazinen und Katalogen mit viel Text.
Wie wirkt sich das Papiergewicht auf die Kosten aus?
Schwereres Papier kostet mehr im Einkauf und kann den Prospekt bei Verlag oder Post in eine höhere Gewichtsstufe bringen. Deshalb lohnt es sich, Papier, Umfang und Format gemeinsam zu planen.
Weitere Begriffe rund um Papier und Produktion erklärt unser Glossar.
Sie möchten Papiere vergleichen, bevor Sie sich entscheiden? Fordern Sie Ihr kostenloses Musterpaket an, gern zusammen mit einem Angebot für Ihre nächste Kampagne.
Quellen: print.de, Themenseite Papiersorten. Wikipedia, Zeitungsdruckpapier. Lazi Akademie, Volumen sowie Weißgrad und Opazität. Blauer Engel, Papiermusterbuch Druckpapiere. Der Tagesspiegel, Preisliste Prospektbeilagen 2026. EUWID Papier und Zellstoff, Meldungen 2026.
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